Am Samstagmorgen halfen wir wieder
ein bisschen Yvonne und Dave. Nicole begann mit dem jäten
eines kleinen Gärtchens und Didi half Dave beim Autoputzen.
Nach dem Mittagessen genossen wir das warme Frühlingswetter.
Daves und Yvonnes Sohn Greg kam noch vorbei, der soeben von
seiner Hochzeitsreise in Australien zurückkehrte. Es stellte
sich heraus, dass er als Automech arbeitet, so engagierten wir
ihn gleich zum einbauen des Autoradios in unseren Lutz. Trotzdem
die Boxen des Büsslis wohl schon etwas älter sind, ist
der Sound extrem super. Der einzige Negativpunkt ist der
Kabelsalat den wir unter dem Armaturenbrett haben, da der uns vom
Autoverkäufer geschenkte Radio etwas zu gross für den
vorgesehenen Platz in unserem Lutz ist. Na was solls, ein
bisschen Ducktape wird es auch tun...
Am späteren Nachmittag gingen wir dann sogar noch etwas joggen. Das Training war doppelt so hart wie normalerweise, da die Winde in den Canterbury Plains so stark sind, dass wir uns wie in einem Windkanal fühlten. Dafür waren wir dann auf dem Rückweg umso schneller! Wir mussten dann aber bald wieder zurück sein, da Nicole an dem Abend noch ihre Kochkünste unter Beweis stellen konnte, da Yvonne zwei befreundete Kinder aus Auckland (Lisa und Alex) vom Flughafen abholen ging. So hat sich also das Mittragen des "TipTopfs" bis nach Neuseeland gelohnt und Hacktötschli, Ratatouille und Röstieckchen schmecken auch gut auf der anderen Seite der Erde...
Am Sonntag ging es dann vorallem
darum, Daves Caravan bereit zu machen, damit er am Montag darin
Hot Dogs und Chips verkaufen konnte. Am Montag war nämlich
"Boulevard Day". Wir haben zuerst gedacht das sei so
etwas wie ein Beizlifest, es hat sich dann aber herausgestellt,
dass das eher etwas wie der Schöftler Märt ist, einfach
nur halb so gross. In der nächst grösseren Ortschaft,
Ashburton wurde die Hauptstrasse für den Verkehr gesperrt
und allerlei Dinge verkauft. Mount Somers Holiday Park war dort
mit einem Hot Dog und Chips Stand vertreten. Die
neuseeländischen Hot Dogs sind allerdings nicht so wie man
sich etwa einen Hot Dog vorstellen würde, sondern sind
eigentlich eher fritierte Brätspiesse, die mit Ketchup
(hier: "Tomatosauce") gegessen werden. In den
Spitzenzeiten konnte Nicole auch etwas aushelfen. Das
Geschäft lief anscheinend nicht so gut wie andere Jahre, wie
es scheint ist das Wetter etwas zu warm gewesen (wir fanden es
allerdings immer noch recht kalt), so dass die Leute weniger
warme Speisen gegessen haben.
Natürlich konnten wir uns den Rest des Marktes auch noch
anschauen und liessen auch recht viel Geld in Ashburton, weil es
so viele billige Dinge zu kaufen gab. So haben wir uns nter
anderem einen Plüsch-Kiwi fürs Auto, ein Maori-Lernbuch
und fast tonnenweise Bücher und Kassetten auf dem Flohmarkt
gekauft. Wir haben nun das ganze Handschuhfach voll Kassetten, so
dass wir nicht über längere Zeit nur mit je einer
Johnny Cash und einer Elvis Kassette auskommen müssen, wie
das ja anscheinend auch schon vorgekommen sein soll... ;-) Das
lustigste Buch das wir fanden war "The Dieter's Guide to
Weight Loss after Sex". Ob es wohl auch "The
Nicole's Guide to Weight Loss after Sex" gibt?
Sachdienliche Hinweise bitte ins Gästebuch schreiben
Montag war eigentlich sonst noch recht
abenteuerlich. Jeder von uns ist mal ausversehen (bzw.
Gewohnheit) auf der rechten (das heisst eben falschen) Seite der
Strasse gefahren. Schwieriger erscheint uns jedoch das Blinken,
das man plötzlich mit der rechten Hand machen muss. Unser
Scheibenwischer ist so schon ziemlich oft zum Zug gekommen, ohne
dass es je geregnet hat während wir unterwegs waren... Zu
den Abenteuern zählt auch der unfreiwillige 50min Umweg
über Methven nach Ashburton genommen haben, der sich aber
als extrem schön herausgestellt hatte und sich so eigentlich
gelohnt hat. Richtig geschwitzt hat dann aber Didi, als er eine
Kassette, die er am Boulevard Day gekauft hatte, ausprobieren
wollte und der Radio bereits kaputt erschien! HORROR! Aber nein,
es war noch viel schlimmer, der ganze Lutz hatte keinen Strom
mehr! DOPPELKREISCHJAMMERHORROR!!!
Dabei hatten wir doch zuvor extra aufgepasst, dass wir den Radio,
der auch ohne Zundschlüssel funktioniert, auch wirklich
abgestellt ist. Es stellte sich aber heraus, dass wir vor lauter
Sorge um den Autoradio das Abblendlicht abzuschalten vergessen
hatten... Der gute Lutz ist halt ein gmögiger und meckert
nicht gleich, wenn man mal das Licht brennen lässt. Zum
Glück fand Didi eine Autogarage und einen Mechaniker, der
den Lutz sogar gratis überbrückte. Er erhielt
dafür von Didi ein gutes Trinkgeld und wir haben haben nun
dank der ganzen Angelegenheit ein "Auto Emergency Tool
Set" gekauft, das wir hoffentlich nie gebrauchen werden. Am
Abend waren wir so kaputt, dass wir um neun ins Bett mussten.