Am Samstag morgen schliesslich entschlossen
wir uns, doch noch nach Mount Hutt skifahren zu gehen. Weil das
Ticket ziemlich teuer und der Pistenbericht nicht so gut war
(nicht alle Bahnen offen wegen starken Windes), entschlossen wir
uns, auf die Halbtageskarte zu setzen, und fuhren daher erst am
späten Morgen mit Lutz ab. Die Tatsache, dass auf der
Strasse nach Mount Hutt ein Kettenobligatorium gilt, hätte
uns eigentlich schon misstrauisch machen müssen. Und als wir
schliesslich noch am Fusse des Berges auf ein Auto im
Strassengraben auf dem Kopf liegen sahen, hätten wir wohl
langsam die göttlichen Zeichen erkennen sollen, was für
ein krasser Aufstieg uns bevorsteht. Nachdem wir kurz angehalten
und uns versichert hatten, dass keiner mehr im Fahrzeug sass (im
Schock haben wir nicht einmal eine Foto gemacht), erkundigten wir
uns am Informations-Zentrum kurz vor dem Aufstieg, ob es sich
überhaupt lohnen würde hinaufzufahren.
Man sagte uns, die anderen Bahnen würden wohl auch noch
auftun und die Schneeketten wären heute nicht nötig;
und so fuhren wir mutig drauflos, aber schon hundert Meter nach
dem Informations-Zentrum runzelten wir die Stirne, als die
Strasse (wohl eher Piste) die 25-Prozent-Steigungsgrenze (oder
wie viel ist schon wieder überhängend?!?)
überschritt. Die Neuseeländer haben die Serpentinen
offenbar nicht erfunden, denn die Piste führte einfach mehr
oder weniger gerade den Berg hinauf. Zuerst war Nicole noch guten
Mutes solange sie auf der bergzugewandten Seite sitzen konnte;
als dann aber die Piste in einer halsbrecherischen Traverse die
Bergflanke wechselte (ein ingenieurtechnische Unmöglichkeit,
die uns jetzt noch Kopfzerbrechen bereitet) und Nicole
plötzlich auf der abschüssigen Seite zu sitzen,
wünschte sie sich, wir wären endlich im Skigebiet oben,
aber auch Didi, der das natürlich niemals zugeben
würde, fühlte sich nicht mehr ganz wohl. Aber es war
noch ein weiiiter Weg bis nach oben. Als wir dann endlich oben
waren ("Lawinenzone: bitte nicht unnöttig
anhalten"-Schild als Tüpfelchen aufs i kurz vor dem
Ziel eingeschlossen), war uns das Skifahren etwas vergangen;
ausserdem waren die Skilifts immer noch nicht alle offen, und das
Halbtagesbillet war auch immer noch ziemlich teuer für das
bisschen Piste. Wir entschieden uns schliesslich, das Billet
für's Ski fahren zu sparen, und stattdessen ein ander
Mal mit den Delphinen im Meer schwimmen zu gehen (das ist
nämlich auch ziemlich teuer). Also tranken wir eine heisse
Schoggi, tankten etwas Sonne und machten uns wieder auf den Weg
nach unten. Die echt atemberaubende Aussicht auf die Canterbury
Plains belohnte uns für unsere Strapazen. Übrigens:
Lutz hat sich auf dieser ässerst anspruchsvollen Strecke
ausserordentlich gut gehalten. Um unsere Nerven wieder zu
beruhigen fuhren wir auf dem Heimweg noch über Ashburton,
die nächstgrössere Kleinstadt, um ein wenig zu
shoppen.
Am Sonntag morgen begann es schliesslich
völlig überraschend zu schneien. Wir dachten, es
würde so schnell wieder aufhören, wie es angefangen
hatte. Aber schon nach einer Stunde fing der Schnee an
anzusetzen, und als wir uns nach dem Mittagessen auf den Weg ins
Kino machten, hatte es links und rechts von der Strasse schon
ziemlich viel Schnee. Wir fuhren also nach Geraldine, etwa 50
Kilometer südlich von Mount Somers, wo der
neuseeländische Film "Whale Rider" als Reprise
gezeigt wurde.
Das Kino war sehr gemütlich:
wir teilten uns nä eine Couch. Der Film war wirklich sehr
gut und wir können ihn euch wirklich nur empfehlen. So haben
wir auch etwas Maori-Kultur mitgekriegt, weil man sonst hier in
Mid-Canterbury fast gar nichts maoriges sieht. Die Maoris leben
vorwiegend auf der Nordinsel, und wir werden wohl erst
später auf unseren Reisen wohl noch etwas Maori-Kultur
mitkriegen. Als wir schliesslich wieder nach Mount Somers fuhren,
waren die Strassen bereits auf halber Strecke mit Schnee bedeckt,
und in Mount Somers konnten wir statt den erlaubten 100 km/h
nur etwa 30 km/h fahren vor lauter Schnee auf der Strasse.
Eigentlich wollten wir dann noch einen Schneespaziergang machen,
aber es war so kalt, dass wir dieses Unterfangen auf den
nächsten Tag verschoben.
Bis am nächsten Morgen waren
dann doch 30 cm Schnee gefallen. Aber es begann bald darauf in
den Schnee zu regnen, und der Schnee wurde ziemlich schwer,
weswegen auch bei einigen Bäume hier im Holiday Park einige
Äste abbrachen. Schliesslich rangen wir uns doch noch dazu
durch, einen Spaziergang zu machen. Die paar Bilder dazu
gibt's in der Galerie
zu sehen