Didi half Dave am Dienstag einen Zaun
für Schafe zu machen. Die Schafe gehören zur
Hälfte Dave und Yvonne und zur anderen Hälfte Freunden
von ihnen, David und Wendy. Die kleine, aus verschiedenen
Schafrassen zusammengesetzte Herde besteht aus etwa 10
Mutterschafen und immer mehr Lämmchen - fast jeden Tag
werden es mehr. So trafen Dave und Didi auch zwei herzige,
über Nacht geborene Zwillinge an, die sogar noch die
Nabelschnur dran hatten. Da Nicole diese zwei süssen Tiere
(und natürlich auch die anderen Schafe) nicht verpassen
wollte, führte der nachmittägliche Spaziergang zu der
Schafweide. Die Lämmer haben übrigens den Schwanz noch.
Wie uns Dave erklärt hat, werden allen Lämmern aus
hygienischen Gründen der Schwanz abgeschnitten (diese
Prozedur nennt sich "tailing"), damit sie nachher als
erwachsene Schafe nicht Kot nachschleppen.
Am Abend gab Didi noch dem Wettbewerb auf der Homepage den letzten Schliff. Um einen Plüsch-Kiwi zu gewinnen, wie wir einen im Lutz haben, müsst ihr nur so viele Fragen wie möglich über Neuseeland, über unser Leben hier, über unsere Bettlektüre und über die Sprache hier richtig beantworten und noch ein bisschen Glück haben. Damit auch diejenigen eine Chance haben einen Kiwi zu gewinnen, die nicht ganz alle Fragen richtig beantwortet haben, verlosen wir noch einen Kiwi unter allen Einsendern. Das ist doch was! Also nichts wie los, hier klicken und die Fragen beantworten.
Am Mittwoch konnten wir bereits unsere Ein-Monats-Jubiläum feiern. Zur Feier des Tages kochte Nicole Riz Casimir und backte sogar zwei Kuchen, einen Tiroler- und einen Marmorcake. Eigentlich wollte sie zuerst Lasagne kochen, aber weil es am Samstag vorher etwas ähnliches mit Spaghetti gegeben hatte (Spaghetti in Auflaufform... die Kiwis haben schon ein gestörtes Verhältnis zu Spaghetti), musste sie wohl etwas anderes in die Pfanne hauen.
Weil Yvonne und Dave am Donnerstag nach
Christchurch fuhren, beschlossen wir, uns auch einen freien Tag
zu genehmigen. Etwa 45 Minuten weiter nordöstlich von
Mount Somers liegt die Rakaia Gorge.
Das Eindrückliche an dieser Schlucht ist, dass man auf einer
topfebenen, geraden Strasse in den Canterbury Plains fährt
und plötzlich kommt man an diese Schlucht und die Strasse
führt steil hinunter zu den zwei Brücken, um sich auf
der anderen Seite wieder auf die Ebene hochzuschlängeln.
Bevor es diese Brücken gab, die gegen Ende des
19. Jahrhunderts gebaut wurden, führte eine Fähre
über den Rakaia River. Für etwa 50$ hätten wir
eine Jetbootfahrt durch die Schlucht machen können, aber wir
zogen es vor, die Schlucht auf dem Wanderweg zu erkunden.
Für mehr als einen Spaziergang nahmen wir uns aber nicht
Zeit, beschlossen jedoch, den ganzen Wanderweg (3-4h) ein anderes
Mal unter die Füsse zu nehmen.
Unser Ausflug führte uns quer über
die Canterbury Plains weiter (wir hätten noch fast ein Schaf
überfahren...), bevor wir den Rakaia River ein zweites Mal
überquerten, diesmal über die längste Brücke
Neuseelands. Eigentlich waren wir schon fast am verhungern, aber
wir fanden in der Ortschaft Rakaia leider keine Beiz, die uns
verköstigt hätte. So fuhren wir halt mit leerem Magen
an den Pazifik (Didi war übrigens das erste Mal an diesem
Weltmeer).
Der Strand, den wir vorfanden,
bestand aus lauter Kieselsteinen. Das Meer war schön blau
und die Wellen kamen teilweise recht weit den Strand hoch. Das
verleitete uns dazu das Spiel zu spielen, wer am längsten
stehen bleibt wenn eine grosse Welle kommt. Wir waren beide nicht
sehr mutig, da wir Angst vor nassen Füssen hatten, so
konnten wir nicht recht eruieren, wer das Spiel schliesslich
gewann. Weil das Loch in unserem Magen immer grösser wurde,
machten wir uns schliesslich auf den Weg nach Ashburton, wo der
ortsansässige McDonalds die nötigen Kalorien für
uns bereit hatte. Nachher fuhren wir noch etwas in der Stadt
herum und fanden einen Schlosser, der es fertig brachte, in etwa
zehn Sekunden einen passenden Zweitschlüssel für
unseren Lutz herzustellen.
Nach Warwick zehn Tage zuvor, feierte Leora am Freitag ihren Geburtstag: sie wurde 35 Jahre alt. Ihr Bruder Greg und dessen Frau Juanita kamen auch noch zum Essen. Als Geburtstagskuchen erhielt Leora einen Pizza-Kuchen, der also sehr gut schmeckte, aber ein bisschen speziell aussah...