Am nächsten Tag brachen wir auf Richtung
Süden. Unser erstes Ziel waren die Pancake Rocks und
Blowholes in Punakaiki. Die Pancake Rocks sind
Sandsteintürme am Meer, die durch Verwitterung nun aussehen
wie gestapelte Pancakes (Pfannkuchen). Die Blowholes sind
Löcher im Felsen, durch die das Wasser hochspritzt, wenn die
Wellen bei Flut an die Küste rollen. Wir hatten Glück
und waren gerade bei Flut da. Die Pancake Rocks gehören wohl
zu den eindrücklichsten Felsformationen die wir je gesehen
hatten. Ebenso eindrücklich waren die riesigen Fontänen
der Blowholes. Wir schauten recht lange diesem imposanten
Naturschauspiel zu, bevor die Reise Richtung Süden
weiterging. In Greymouth fanden wir endlich einmal wieder ein
Warehouse und wir konnten unsere Campingausrüstung etwas
aufwerten. Wir stellten nämlich fest, dass wir nicht mehrere
Monate lang auf einem dünnen Mätteli schlafen
können, so kauften wir uns eine riesige Luftmatratze und
eine Pumpe, so sollte es etwas bequemer werden. In Hokitika
verspürten wir dann langsam Hunger, so gab es dort
Mittagshalt. Auch besuchten wir dort eine Jadefabrik, in der man
den Arbeitern beim Arbeiten über die Schulter sehen kann.
Das Bearbeiten der Steine, die auf Maori Pounamu heissen,
läuft dort jedoch nur maschinell. Kurz nach Hokitika fing es
leider an zu regnen und zwar nicht nur ein bisschen, sondern in
vollen Strömen. So beschlossen wir, im Franz Josef Mountain
View Top 10 Holiday Park unsere neue Luftmatratze im Lutz
aufzublasen und unser Zelt nicht aufzustellen. Der Name des
Holiday Parks ist übrigens in unserem Fall etwas
irreführend, wir haben die Berge um Franz Josef wegen Nebel
nämlich praktisch nie gesehen.
Um doch noch einen der berühmten Gletscher
sehen zu können, fuhren wir am Dienstagmorgen zum Fox
Glacier. Es regnete dort zum Glück nicht mehr so stark, so
konnten wir in die Nähe des Gletschers spazieren. Zuerst
amüsierten wir uns aber noch an den zwei Keas, die auf dem
Parkplatz ihr Unwesen trieben. Ein fotogener Kea posierte sogar
noch direkt vor dem Kea-Camper unserer Eltern. Der Fox Glacier
selber ist zwar recht imposant, aber er ist ziemlich gleich wie
die Schweizer Gletscher halt so sind. Bei einer Lachsfarm machten
wir Kaffeehalt und in Haast besuchten wir das Informationszentrum
der Gegend, nachdem wir über die längste
Einspurbrücke Neuseelands gefahren waren. Weil es aber immer
noch regnete, fuhren wir bald weiter über den Haast Pass
Richtung Lake Hawea Holiday Park, der unser Tagesziel sein
sollte. Eigentlich wollten wir uns unterwegs noch einige
Wasserfälle anschauen, aber unsere Eltern die vor uns
fuhren, verpassten beide, so fuhren wir halt auch weiter und
werden sie dann anschauen gehen, wenn wir mit Fabi reisen. Auf
der anderen Seite des Passes war es übrigens wieder
schön, so dass wir in Lake Hawea sogar unser Zelt aufstellen
konnten. Die Frau im Büro des Campingplatzes war
übrigens sehr nett. Weil unsere Warrant of Fitness (ein
Kleber, den jedes Auto haben muss und bescheinigt, dass das Auto
fahrtüchtig ist) an diesem Tag abgelaufen war, mussten wir
schleunigst eine Garage finden, die unseren Lutz checken und uns
einen neuen Kleber ausstellen würde. Die Frau im Büro
telefonierte nun in der Gegend herum, bis sie eine Garage in
Wanaka fand, die uns das am nächsten Tag um 11 Uhr machen
würde. Währenddem wir unser Zelt aufstellten,
erkundeten unsere Eltern die Gegend und fanden ein Restaurant, wo
wir dann Znacht assen.
Am andern Tag fuhren wir und unsere Eltern also
getrennte Wege. Während wir eine neue Warrant of Fitness
machen liessen, wollten sie sich Queenstown anschauen gehen. Wir
mussten unseren Lutz ja aber erst um 11 Uhr in die Garage
bringen, so gingen wir noch in "Stuart Landsborough's
Puzzling World", wo auch unsere Eltern noch einen Halt
einlegten. Zuerst versuchten wir, den Weg durch das 1500m lange
Holzlabyrinth zu finden. Wir brauchten tatsächlich eine
halbe Stunde dafür. Nachher schauten wir uns noch die
anderen Attraktionen des Museums an. Zum Beispiel hat es eine
Toilette, die im Stile einer römischen Toilette gebaut ist.
Dahinter hat es noch ein Wandbild und wenn man am Richtigen Ort
steht, sieht es aus, als wäre der Raum nach hinten noch
verlängert. Es steht aber überall, das die Toiletten
nur zu Anschauungszwecken gebaut wurden und nicht wirklich
gebraucht werden dürfen. Beeindruckend war auch die
Ausstellung verschiedener Hologramme und dann natürlich die
schrägen Räume des Museums. Diese Räume sind
wirklich verwirrend. So hat man zum Beispiel das Gefühl,
dass Wasser hinauffliest oder dass man in unmöglichen
Positionen stehen kann. Es war echt witzig, den Leuten zuzusehen,
wie sie sich bewegten. Nachher vergnügten wir uns noch im
Kaffee des Museums. Auf jedem Tisch hat es einige Puzzles und
Rätsel, die man lösen kann. Danach fuhren wir zur
Autogarage, aber weil es noch etwas zu früh war, gingen wir
noch in ein Kaffee. Als wir dann zu der Garage kamen, sagte uns
der Garagist, dass er etwas spät dran sei, wir sollen in
einer Stunde wieder kommen. So sassen wir halt noch etwas ans
Ufer des Lake Wanaka, um uns die Zeit etwas zu vertreiben. Als
wir dann wieder zur Garage zurückkamen, sagte uns ein
anderer Garagist ein weiteres Mal, wir sollten in einer Stunde
wieder zurückkommen. Als wir uns dann beschwerten, dass uns
das schon einmal gesagt wurde, meinte er nur, wir hätten
dann ja das Auto mitgenommen. Erst da realisierten wir, dass wir
den Lutz schon das erste Mal hätten da lassen sollen, was
uns aber niemand gesagt hatte. So spazierten wir halt noch einmal
an den Lake Wanaka. Weil Didi dachte, er hätte seinen
Autoschlüssel am See verloren, hatten wir sogar ein Ziel.
Den Schlüssel fanden wir zwar nicht, dafür war die
Stunde umso schneller vorbei. Wieder zurück in der Garage
erklärte uns der Garagist, dass noch einige kleine Dinge
geflickt werden müssten um die Warrant of Fitness ausstellen
zu können, da er aber leider im Moment keine Zeit habe,
müssen wir ein anderes Mal wieder vorbei kommen. Da wir ja
am Reisen waren, war das für uns unmöglich. So wussten
wir nun zwar, dass das eine Licht des Nummernschildes, der eine
Vorderpneu und ein Leck im Auspuff geflickt werden müsste,
aber sonst hat uns diese ganze Aktion nicht viel gebracht. Zuerst
versuchten wir noch, in Wanaka eine andere Garage zu finden, die
uns das flicken würde, stellten aber bald fest, dass alle
ziemlich beschäftigt waren. So fuhren wir halt ohne Warrant
of Fitness weiter Richtung Te Anau. Unterwegs versuchten wir noch
in Cromwell jemanden zu finden, der uns helfen könnte, aber
der Garagist, der es gemacht hätte, hätte es erst nach
einigen Stunden machen können, weil der Motor noch zu heiss
war. Das war uns zu lange, so fuhren wir halt weiter. Bis Te Anau
passierte nicht viel bemerkenswertes, ausser dass Didi von einer
Biene gestochen wurde und dass wir unterwegs einmal eine
Dampflokomotive in Fahrt sahen.