In Te Anau versuchten wir nochmals unser Glück bei den Garagen. Nachdem wir bei der ersten Garage abgewiesen worden waren, fanden wir schliesslich einen netten Garagisten, der versprach, unseren Lutz am nächsten Morgen zu flicken. Eigentlich hätten wir für den nächsten Tag einen Ausflug mit dem Lutz in den Milford Sound geplant. Da er aber nun geflickt werden musste, konnten wir erst am Nachmittag gehen. So beschlossen unsere Eltern alleine loszuziehen, und eine Coach&Cruise-Tour zu buchen. Auf einer solchen Tour fährt man mit dem Bus in den Milford Sound und von dort her noch mit einem Schiff in den Fjord hinaus.
Am andern Morgen wurden unsere Eltern also
direkt beim Campingplatz abgeholt, während wir Lutz zu der
Caltex Garage in Te Anau fuhren. Während dem Flicken fanden
wir ein Internetcafé und erledigten die Einkäufe.
Auch wollten wir noch Geld abheben, aber bei Didi hat das nicht
ganz nach Wunsch geklappt. Am Schluss der Transaktion kam bei ihm
nämlich einfach kein Geld aus der Maschine. Er ging dann an
den Bankschalter, wo das Bankfräulein herausfand, dass das
Geld zwar abgebucht sei, aber beim Geldautomaten überhaupt
nichts davon festzustellen war. Sie versprach aber, die Sache in
Ordnung zu bringen, und er solle später bei ihr anrufen.
Schon bald war es Zeit, unseren Lutz abzuholen. Alles war
geflickt, und wir fragten den Garagisten noch, ob er nicht auch
noch herausfinden könne, was mit unserem Radio los sei, der
ja seit etwa zwei Wochen nicht mehr funktionierte. Der Garagist
nahm sich Zeit dafür und nach einer halben Stunde konnten
wir mit geflicktem Lutz Richtung Milford Sound aufbrechen. Da wir
den Lutz ganz leer hatten, weil wir noch eine weitere Nacht auf
dem selben Zeltplatz blieben, hatten wir sogar noch Platz zwei
Anhalter mitzunehmen. Bret aus den USA wollte zum Routledge Track
und ein Brite wollte kurz vor dem Tunnel zum Milford Sound
hinausgelassen werden. Da es kurz nach Te Anau zu regnen begann,
beneideten wir die beiden wirklich nicht, so ganz alleine im
nassen Wetter wandern zu müssen. Aber denen beiden schien
das nichts auszumachen. Die Strasse nach Milford Sound ist
wirklich schön. Die Strasse führt durch ein Tal, das
von hohen Bergen gesäumt ist und überall an den
Strassenrändern blühen Lupinen. Auf der höchsten
Stelle, etwa eine halbe Stunde vor dem Milford Sound, führt
die Strasse durch einen recht langen, sehr steilen Tunnel ohne
Licht,und das Durchfahren war recht abenteuerlich. Vor dem Tunnel
und danach bis in den Milford Sound hat es auf beiden Seiten des
Tales schroffe Felswände. Das Naturschauspiel das sich dort
bot war wahnsinnig beeindruckend. Mehrere hundert
Wasserfälle fielen die steilen Felswände herunter, so
dass es schien dass das ganze Tal mit Wasser gefüllt werde.
Das war etwas vom eindrücklichsten das wir je gesehen
hatten. Für unsere Eltern war es wohl noch
eindrücklicher. Als sie nämlich am Morgen früh in
den Milford Sound fuhren, hatte es noch nicht so viele
Wasserfälle weil es erst später zu regnen begann, so
konnten sie den enormen Unterschied sehen. Eigentlich wollten wir
ursprünglich in Milford Sound auch noch auf ein Boot, aber
wegen dem Regen beschlossen wir, diese Bootstour auf
schöneres Wetter zu verschieben und fuhren gleich nach dem
Mittagessen wieder nach Te Anau zurück. Witzigerweise kamen
wir genau zum selben Zeitpunkt wie unsere Eltern wieder in Te
Anau an. Sie hatten leider einen ein bisschen verregneten
Ausflug, aber Spass hatten sie wohl trotzdem. Am Abend freuten
wir uns auf das Sprudelbad, das wir reserviert hatten. Unsere
Enttäuschung war gross, als uns die Frau im Büro zur
verabredeten Zeit erklärte, dass unsere gebuchte Zeit gerade
zu Ende sei. Wir waren uns zwar sicher, dass sie sich die Zeit
falsch aufgeschrieben hatte, aber wir konnten ihr das
natürlich nicht beweisen. So gab es halt kein Spa für
uns, dafür regnete es dann die ganze Nacht. So geht das.