Am Freitagmorgen fuhren wir wieder von Te Anau
weg. Das nächste Ziel war Portobello auf der Otago
Peninsula. Ausser für das Fotografieren eines schönen
Regenbogens und für einen Kaffeehalt in Balclutha hielten
wir unterwegs nirgends an. Im Portobello Village Tourist Park
stellten wir zuerst einmal unser Zelt auf, und dann picknickten
wir endlich wieder einmal bei schönem Wetter. Die Otago
Halbinsel ist bekannt für ihre Tierwelt. Die
Hauptattraktionen sind Gelbaugenpinguine und Albatrosse. Wir
beschlossen, eine geführte Tour zu den Pinguinen
mitzumachen. Zuerst wurden wir mit Bussen zu einer Stelle auf der
anderen Seite der Halbinsel gebracht und wurden von dort durch
das Pinguin Reservat geführt. Da noch andere Gruppen
unterwegs waren, konnten wir zuerst noch eine Möwenkolonie
und Seehunde von ganz Nahe beobachten gehen. Die Seehunde konnte
man beinahe anfassen, so nahe waren wir (unser Gruppenleiter riet
uns aber klar davon ab, so liessen wir es dann sein). Nachher
wurden wir zu den Pinguinen geführt. Durch ein System von
Tunnels und Beobachtungsräumen konnte man ganz Nahe an die
Pinguine heran. Das war ein super Erlebnis. Wir hätten nie
gedacht, dass man die Pinguine praktisch berühren
könnte (das wurde uns aber wieder nicht empfohlen). Nach dem
Pinguinebeobachten fuhren wir noch zum Spitze der Halbinsel
hinaus, wo sich eine Albatrosskolonie befindet. Um diese auch
noch von Nahem sehen zu können, hätten wir noch einmal
30$ bezahlen müssen. Da wir die Albatrosse auch so wunderbar
segeln sehen konnten, beschlossen wir, die Führung nicht
mitzumachen. Dafür genossen wir den tollen Ausblick auf die
steilen Felsen des Kaps, die voller Vögel waren. Am Abend
genehmigten wir uns noch in einem Restaurant in Portobello einen
Schlummertrunk und genossen die schöne Abendstimmung.
Am Samstag stand als erstes ein kleine
Besichtigung von Dunedin auf dem Programm. Während dem wir
am Tag zuvor die kurvenreiche Küstenstrasse nach Portobello
gefahren waren, nahmen wir nun die ebenso kurvenreiche Highcliff
Road zurück nach Dunedin. Linda, die auf dem Beifahrersitz
des Campers besonders hoch sass und dazu noch besonders nahe am
Abgrund, fand die Fahrt sehr abenteuerlich. Die Stadt Dunedin
gefiel uns sehr gut. Besonders schön ist der Bahnhof, aber
auch die Gebäude um das Octagon, der Hauptplatz Dunedins,
sind sehenswert. Da Dunedin eine Universitätsstadt ist,
hätte es noch sehr viel mehr (z.B. kulturelles) zu bieten
gehabt, so werden wir sicher nochmals zurückkehren und uns
die Stadt noch etwas genauer ansehen. Als letztes schauten wir
uns in Dunedin noch die Baldwin Street an. Laut Guiness Buch der
Rekorde ist das die steilste Wohnstrasse der Welt. Sie hat ein
maximales Gefälle von 1:2.9, was ein Steigungswinkel von
über 38° ist. Linda und wir nahmen diese steile Strecke
zu Fuss in Angriff. Mit dem Lutz oder sogar dem Camper
hinauffahren getrauten wir uns aber nicht! Wie steil die Strasse
wirklich ist, ist schon beeindruckend und die Fotos sind schon
verblüffend. Vor dem Visitor Centre fand Didi übrigens
noch ein Buch, "Moo" von Jane Smiley, auf einer
Sitzbank, das dazu bestimmt ist, auf der ganzen Welt
herumzureisen. Das Buch ist gratis und mit einem 10-stelligen
Code versehen, so kann man seinen Weg im Internet verfolgen
(unter BookCrossing.com). Wenn man es
fertig gelesen hat, soll man es einfach wieder irgendwo hinlegen,
so dass es von jemand anderem wieder gefunden wird. Moo wurde
allerdings erst am 5. Januar in Dunedin losgelassen, so scheint
Didi also der erst Benutzer zu sein. Didi nahm das Buch
natürlich mit und freut sich auf diese Gratislektüre,
obwohl es eine Weile dauern wird, bis er es wohl wird lesen
können. Nach Dunedin war der nächste Stopp bei den
Moeraki Boulders. Diese fast kugelrunden Felsen, die bis zu 2 m
Durchmesser haben, sind durch Erosion aus den Schieferklippen
gewaschen worden. Nun liegen sie einfach so am Strand oder sogar
etwas im Meer bei Flut.
Besonders
interessant fanden wir, dass man bei den Klippen sogar einige
Steine sehen konnte, die erst noch herausgewaschen werden und im
Moment immer noch fest in der Erde sind. Einige der Steine sind
zersprungen und man sieht, dass sie drinnen hohl sind und ein
wabenförmiges Muster aufweisen. Diese Felsbrocken sind sehr
faszinierend und man kann sich überhaupt nicht recht
vorstellen, wie sie bereits vor etwa 60 Millionen Jahren
entstanden sein sollen. Laut unserem Reiseführer bestanden
die Felsen ursprünglich aus einem "Kalkkristallkern,
der Minerale aus der näheren Umgebung anzog und sich so
vergrösserte". Nach den Moeraki Boulders ging die Fahrt
weiter Richtung Mount Cook. Kurz vor einer Ortschaft Namens Kurow
sahen wir ein Schild, das auf Maori Felszeichnungen hinwies. Wir
waren dann aber etwas enttäuscht, weil man die Zeichnungen
entweder gar nicht recht sah oder dann waren sie erst
kürzlich, sprich im 19. Jahrhundert, gezeichnet worden. Als
wir von dort wieder losfuhren, stellte Didi plötzlich fest,
dass unser Kühlwasser viel zu heiss war. Wir hielten sofort
an und stellten fest, dass es richtig kochte. Zum Glück
waren unsere Eltern im Camper etwas hinter uns, so konnten sie
uns dann mit Wasser versorgen, als das Kühlsystem genug
kühl zum öffnen war. In Kurow suchten wir dann eine
Garage und ein Garagist schaute sich den Lutz schnell an. Ausser
mehr Wasser dazuzuschütten konnte er allerdings auch nichts
machen. Wir beschlossen, von da an jeden Morgen das
Kühlwasser zu checken. Der nächste Halt war am Lake
Pukaki, von wo wir einen wunderbaren Ausblick auf den Mount Cook
hatten. Wir hatten richtig Glück, es hatte nur ganz wenige
Wolken, so dass wir den Gipfel sehen konnten, was offenbar gar
nicht selbstverständlich ist. Von da gings nachher weiter
zum Lake Tekapo Motor Camp. Dort hatten wir wieder einmal ein
richtig gutes Stück Fleisch zum Znacht. Trudi konnte aus
einem Stück gleich drei Plätzli machen, so gross waren
sie. Nach dem Znacht spielten wir zum ersten Mal "Oh
Hell", ein Kartenspiel, das wir noch einige Male spielen
würden.