Am Freitag fuhren wir also als erstes einmal zum
Fährenterminal von Picton. Da die Fähre etwas
verspätet war, genossen wir noch einen gratis Kaffee und
Tee, der uns das Warten etwas verkürzen sollte. Das Warten
wurde allerdings immer länger, so dass wir schliesslich die
Garage in Wellington anrufen mussten, dass wir Wellington nicht
mehr pünktlich erreichen würden, so dass wir einen
neuen Termin für Samstagmorgen erhielten. Endlich konnten
wir dann auf die Fähre fahren. Wir genossen die schöne
Fahrt durch den Queen Charlotte Sound und hatten das Glück,
kurz vor Wellington noch zwei Delfine springen zu sehen.
Wellington liessen wir dann aber erst mal links liegen fuhren
gleich zum Top 10 Hutt Park Holiday Park in Lower Hutt, wo wir
nach etlichen Umwegen auch ankamen (inklusive 180°-Kehr auf
einer vier-spurigen Autobahn ohne Windschutzscheibe…). Am
Abend genossen wir das warme Wetter und spielten "Oh
Hell", bis es so dunkel war, dass wir die Karten nicht mehr
sahen.
Am Samstagmorgen fuhren wir den Lutz also als
erstes einmal zu Sharps Glass in Lower Hutt, während unsere
Eltern den Bus zum Te Papa Museum in Wellington nahmen. Wir
mussten nicht einmal lange warten, und schon war Lutz wieder mit
einer neuen Windschutzscheibe versehen, und auch wir konnten uns
auf den Weg ins Te Papa, Neuseelands Landesmuseum, machen. Dort
angekommen, wollte Nicole gleich einmal etwas Geld abheben beim
Automaten. Sie konnte ihren Augen nicht trauen, als ihr das selbe
passiert war wie schon Didi in Te Anau. Die Karte kam zwar wieder
heraus, aber von Geld war weit und breit nichts zu sehen. Eine
nette Dame an der Information suchte ihr dann die Telefonnummer
der Bank heraus, aber der Telefonist dort konnte leider nichts
ausrichten. Wir versuchten dann noch eine Filiale der Bank in
Wellington auf, aber weil Samstag war, war die natürlich
geschlossen. So konnte Nicole nur noch hoffen, dass dann am
Montag die Kantonalbank in Aarau weiterhelfen könne. Nach
dem Mittagessen (das von einem kleinen Konzert eines Orchesters
begleitet wurde) reichte die Zeit, dass auch wir noch einen
kleinen Teil des wirklich riesigen und interessanten Museums
anschauen konnten. Wir freuen uns schon darauf, den Rest dann mit
Fabi noch sehen zu können. Am frühen Nachmittag fuhren
wir dann zu einer kleinen Seilbahn (die natürlich von
Schweizern geplant wurde), die uns dann hoch zum Botanischen
Garten von Wellington brachte. Als erstes gingen wir dann aber
ins Planetarium, wo wir uns eine Show über den
südlichen Himmel anschauten. Die Show war sehr interessant
und der Referent hätte sicher noch viel zu erzählen
gewusst, aber plötzlich, mehr oder weniger mitten im Satz,
verabschiedete er sich, der Chef rufe, die Zeit sei um, und die
Show kam zu einem sehr abrupten Ende. Wieder aus dem Planetarium
hinaus, spazierten wir noch gemütlich durch den Botanischen
Garten zurück in die Stadt, von wo aus es ein weiteres Mal
auf den Campingplatz in Lower Hutt ging. Am Abend gingen wir dann
noch ins Sprudelbad des Campingplatzes, mussten aber feststellen,
dass es leider kaputt war und das Sprudeln gar nicht
funktionierte.
Am nächsten Tag führte uns die Reise
Richtung Norden. Der erste Zwischenhalt machten wir in Foxton.
Interessanterweise steht dort eine Windmühle, wie man sie
von Holland her kennt; es muss dort wohl viele Holländer
haben… Weiter ging's nach Wanganui, das uns eigentlich
recht gut gefiel, weil die Haupteinkaufsstrasse sehr schön
mit Blumen und Bäumen geschmückt war. Wir blieben
jedoch nur für das Mittagessen dort und schon fuhren wir
weiter nach Patea, wo wir eigentlich ein Museum anschauen
wollten, das aber leider geschlossen war, so trafen wir uns dann
halt in Hawera beim Informationszentrum der Fonterra
Grossmolkerei, die anscheinend die Grösste der Welt sein
soll. In diesem Infozentrum hatte es ein kleines Museum über
die Herstellung von Milchprodukten. Das Highlight war ein kleiner
Film über das Abholen der Milch bei den Farmen mit
Tanklastwagen. Der Vorführraum war ein Lastwagen, wir sassen
also im Milchtank des Lastwagens und der Bildschirm war die
Windschutzscheibe. Eine Puppe war der Lastwagenfahrer und man
hatte das Gefühl, er würde uns aus seinem Alltag
beschreiben. Zum Filmerlebnis gehörte auch noch, dass der
Boden so zitterte, dass man wirklich das Gefühl hatte, in
einem Lastwagen zu sitzen. Von Hawera aus hätte man
eigentlich einen schönen Blick auf den Taranaki, einem
Vulkan der einzeln mitten auf einer riesigen Ebene steht und an
den Fujiama in Japan erinnert, aber das Wetter war recht
trüb und neblig, so sah er nicht so eindrücklich wie
auf den Kalenderbilder aus. Weil ein Bekannter von Sepp einmal in
Stratford gewohnt hat, machten wir noch einen kleinen Umweg in
diese kleine Stadt. Das Wahrzeichen dieser Stadt ist ein
Glockenturm, der von unserem Reiseführer als
"pseudo-elisabethanisch" bezeichnet wird. Ob es diesen
Baustil wirklich gibt oder ob das eine Erfindung des Autors ist,
sind wir uns jetzt noch nicht sicher… Ausser dass auf dem
Hauptplatz eine Shakespeare Statue aufgestellt ist und dass viele
Strassen Namen von Charakteren aus Shakespeare Stücken
tragen, hat die Stadt übrigens nicht viel mit dem englischen
Dramatiker zu tun. Von Stratford fuhren wir dann über
Nebenstrassen dem Taranaki entlang nach Opunake zum Opunake Beach
Holiday Park, wo wir einen Platz reserviert hatten. Der
Campingplatz war sehr schön in einer Bucht gelegen, die sich
wunderbar zum surfen oder schwimmen eignen würde, aber das
Wetter spielte leider nicht mit.