Am Montag war unser erstes Ziel das Puke
Ariki Museum in New Plymouth. Das Museum hatte einen sehr
interessanten Teil über den Vulkan Taranaki und auch eine
gute Maori-Ausstellung; ausserdem wurde eine sehr moderne
Multimedia-Show über die Gegend gezeigt. Unter anderem wurde
uns dort erklärt, dass wenn man den Taranaki nicht sehe,
regne es und wenn man ihn sehe, regne es nächstens. Der
Spruch trifft genau auf unser Erlebnis in dieser Gegend zu. An
diesem Morgen konnte man den Taranaki nämlich nicht sehen
und es regnete in Strömen. So blieben wir auch nicht lange
in New Plymouth und fuhren bald weiter Richtung Norden. Bei Mokau
konnten wir dann übrigens den 10'000. Kilometer mit
Lutz feiern. Unglaublich, wie viel wir schon in Neuseeland
herumgefahren sind! Schliesslich führte uns die Reise nach
Waitomo, wo es eine berühmte
Glühwürmchen-Höhle gibt. Immer noch bei Regen
parkierten wir also den Lutz und den Camper auf dem Waitomo Top
10 Holiday Park und spazierten zu der
Glühwürmchen-Höhle, die man nur mit einer
geführten Tour ansehen kann.
Zuerst
wurden wir durch einige Tropfsteinhöhlen geführt, bevor
wir die ersten Glühwürmchen sahen. Wir konnten sehen,
wie die Glühwürmchen an der Decke hingen und von dort
eine bis zu 10cm lange "Angelleine" hängen lassen,
um Insekten zu fangen. Nachher konnten wir in ein Boot
einsteigen, und wir wurden lautlos durch eine Höhle mit
tausenden und abertausenden von Glühwürmchen gezogen.
Das war wunderschön und wirklich etwas vom Schönsten
was wir je gesehen hatten. Eigentlich wollten wir nachher
Pizzaessen gehen, aber weil schon alles voll war, nahmen wir die
Pizzas dann halt zurück zum Camper. Nach dem Nachtessen rief
Nicole noch die Kantonalbank an um nach den 700 NZ$ zu
fragen, die nicht aus dem Automaten gekommen sind in Wellington.
Die Lösung des Rätsels war ganz einfach. Da Nicole eine
Bezugslimite von 1000 CHF pro Monat auf ihrer Karte hat und
bereits einmal 500 NZ$ abgehoben hatte, konnte sie gar nicht
mehr 700 NZ$ abheben. Kurz vor Eindunkeln verbesserte sich
dann das Wetter endlich, so dass wir beschlossen, dem Tipp der
Zeltplatzempfangsdame zu folgen und noch einen Spaziergang zu
machen, bei dem man gratis Glühwürmchen sehen
würde. Wir waren zuerst zwar ein bisschen enttäuscht.
Von der Brücke wo man die Glühwürmchen anscheinend
am Besten hätte sehen sollen, konnten wir nur ganz wenige
sehen. Wir beschlossen dann, trotzdem noch etwas weiter zu
spazieren. Schliesslich führte der Weg durch ein kleines
Höhlensystem, wo es schon ein bisschen mehr
Glühwürmchen hatte. Schliesslich kamen wir noch zu
einer riesigen Höhle und dort war die Anzahl der
Glühwürmchen recht beachtlich. Von der Höhle
selber sahen wir nicht viel, da es bereits stockdunkel war, aber
mit Hilfe von Taschenlampen konnten wir feststellen, dass wir auf
einer Plattform stehen mussten und man weit unten ein rauschender
Bach sah. Wir beschlossen, am nächsten Tag nochmals bei
Tageslicht dorthin zu spazieren. Auf dem Rückweg trauten wir
dann unseren Augen fast nicht. Dort wo wir auf dem Hinweg nur
ganz wenige Glühwürmchen sahen, war nun der ganze Hang
der Schlucht mit tausenden von Glühwürmchen beleuchtet,
was noch viel eindrücklicher als die Glühwürmchen
in der Höhle am Nachmittag war (und erst noch gratis! Yes!).
Der Rückweg zum Auto wurde uns richtig beleuchtet!
Am Dienstagmorgen schauten wir uns dann noch
eine zweite Höhle in Waitomo an, die Aranui Cave. Diese
Höhle ist nur eine kleine Tropfsteinhöhle, und
verglichen mit den Tropfsteinhöhlen in der Schweiz nicht
atemberaubend. Viele Stalagmiten und -titen waren hier leider
schon kaputt und abgebrochen. Dafür sahen wir noch einige
Wetas, die ungefähr wie Grasshüpfer aussehen. Diese
für ihre Grösse sehr schweren Insekten sind hier in
Neuseeland heimisch, und werden zum Teil bis zu 12 cm lang.
Nach dem Höhlenbesuch machten sich unsere Eltern bereits auf
den Weg nach Otorohanga, währenddem wir den Spaziergang vom
Vorabend nochmals machten. Die Höhle war nun bei Tageslicht
sehr eindrücklich, aber von den Glühwürmchen war
weit und breit nichts mehr zu sehen. Kurz bevor wir zurück
beim Auto waren, fing es wieder in Strömen an zu regnen.
Auch als wir in Otorohanga beim Vogelpark, den wir besuchen
wollten, ankamen, hatte es noch nicht aufgehört zu regnen.
Unsere Eltern warteten deshalb im trockenen Camper auf uns. Im
Vogelpark kann man allerlei einheimische Vögel und auch
Tuataras, echsenartige Reptilien die als lebende Fossilien
gelten, sehen. Als erstes besuchten wir das Kiwihaus, wo man den
Kiwis wirklich gut zuschauen konnte, wie sie in der Erde mit
ihrem langen Schnabel nach Insekten wühlen; dabei war es
besonders witzig zuzusehen, wie die Kiwis rennen. Die restlichen
Vögel waren in Volièren draussen untergebracht, aber
zum Glück wurden riesige Schirme zur Verfügung
gestellt, so blieben wir ziemlich trocken. Wir hatten aber das
Gefühl, dass man bei schönem Wetter noch mehr
Vögel hätte sehen können, denn viele blieben halt
auch lieber im trockenen Unterholz. Von Otorohanga fuhren wir
dann weiter ins vulkanische Zentrum der Insel. Das Wetter war
immer noch nicht so gut und als wir im Club Habitat Holiday Park
in Turangi unser Zelt aufstellen wollten, blies der Wind so
stark, dass wir beschlossen im Lutz zu übernachten. Im
Campervan merkte man den Wind auch sehr gut und Linda und Hans,
die über der Fahrerkabine schliefen, hatten schon Angst,
dass sie über Nacht seekrank würden. Nach dem
Nachtessen fuhren wir noch nach Tokaanu, wo wir uns im Thermalbad
erholen wollten. Das Bad war dann aber nicht ganz so, wie wir es
uns vorgestellt hatten. Da wir im Thermalwasser und nicht einfach
in aufgeheiztem normalen Wasser baden wollten, mussten wir ein
privates Bad reservieren. Dieses Bad war sehr einfach, es war
nämlich nur ein etwa drei auf sechs Meter grosser Raum und
das Bad selber war nur etwa vier Quadratmeter gross. Im ganzen
Badekomplex hatte es etwa zwanzig so private Bäder in
verschiedenen Grössen, und wir konnten nun eine halbe Stunde
in diesem wirklich heissen Wasser baden. Es war zwar sehr
erholend, aber das Bad sah schon nicht sehr anmächelig aus.
Übrigens darf man beim Baden in heissem Thermalwasser in
Neuseeland den Kopf nicht unter Wasser halten, da es Amöben
gibt, die durch die Nasenschleimhaut in den Körper
eindringen können, sich dann im Hirn einnisten und eine
Amöbenmeningitis verursachen. Allerdings seien diese
Amöben relativ selten, aber man kann ja nie wissen…
Übrigens stellten wir an diesem Tag fest, dass Lutz'
Auspuff wohl wieder ein Leck hatte, es war nämlich nun
wieder ziemlich Laut im Lutz!