Am Montag stand Sightseeing in Auckland auf
dem Programm. Wir waren zwar bereits einmal im Auckland Museum
gewesen, aber hatten längst noch nicht alles gesehen, und so
spazierten wir gleich als erstes einmal zu diesem prunkvollen
Gebäude mitten in Aucklands Stadtpark. Es ist schon
unglaublich, was dort alles so ausgestellt ist. Zum einen hat es
eine sehr gute Ausstellung über die Polynesier und Maori.
Andererseits ist das Museum ursprünglich als Kriegsdenkmal
konzipiert worden, so ist fast der ganze oberste Stock
gefüllt mit Namen von Gefallenen aus allen möglichen
Kriegen, in denen Neuseeland eine Rolle gespielt hatte. Nach dem
Museum spazierten wir zuerst durch den schönen, grossen Park
und dann quer durch die Stadt an den Hafen, wo wir eine
Fähre nach Devonport nahmen, von der wir die tolle Aussicht
auf Auckland's Skyline und den Hafen genossen. In Devonport
angekommen durchstöberten wir als erstes einmal einen
Secondhand Buchladen. Der Inhaber kam mit uns ins Gespräch
und fand dass wir "a fresh generation of hippies"
seien. Wie genau er das gemeint hat, sind wir uns jetzt noch
nicht einig… Er empfahl uns dann zum North Head zu
spazieren, einem grasbewachsenen, erloschenen Vulkankegel, der
den Eingang zum Hafen markiert. Die Aussicht auf Auckland von
diesem Aussichtspunkt war fabelhaft. Ebenso genossen wir die
Sicht auf den Golf von Hauraki, wo "wir" 2003 den
America's Cup gewonnen haben. Wieder zurück in Auckland
schauten wir uns im Kino den Film "Mystic River" an.
Fabi war dann Hundemüde, und so gingen wir danach gleich ins
Hotel zurück.
Am Dienstag liessen wir dann Auckland bereits
hinter uns liegen. Das erste Ziel unserer zweiten grossen Reise
war Karekare. 1993 wurden an diesem Strand Szenen für Jane
Campion's Film The Piano gedreht. Fabi als Filmfan
durfte diese Stelle natürlich nicht verpassen. Der Strand
war wirklich schön. Leider waren die Wellen etwas hoch und
keine Lifeguards zur Stelle, so konnten wir nicht baden. Von
Karekare fuhren wir dann Richtung Norden bis nach Matakohe. Eine
TKKG-Kassette, die Fabi mitgebracht hat, verkürzte die
Fahrzeit. Allerdings mussten wir feststellen, dass unsere
Ansprüche an Hörspiele etwas gestiegen sind. Die
TKKG-Geschichte schien uns nicht mehr ganz so spannend wie sie
von früher her in Erinnerung hatten, aber lustig war die
Kassette alleweil. Am Abend zelteten wir in Matakohe und assen
ein feines Stück Fleisch mit Reis zum Znacht.
Am nächsten Tag besucht Fabi das Kauri
Museum in Matakohe, das wir ja nur wenige Tage zuvor schon
gesehen hatten, so warteten wir im Lutz auf ihn. Dann ging unsere
Reise weiter zum Waipoua Kauri Forest, wo immer noch Kauri
Bäume stehen. Unser erster Spaziergang führte uns zum
Te Matua Ngahere. Er ist zwar nur der zweitgrösste Baum
Neuseelands, dafür aber der dickste. Danach spazierten wir
noch zu vier nahe beieinander stehenden Kauri Bäumen, den
Four Sisters, bevor wir noch den grössten Baum Neuseelands,
den Tane Mahuta bewunderten. Diese dicken Bäume sind schon
sehr beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt, dass diese
Bäume schon mehrere hundert Jahre alt sind. Der Tane Mahuta,
zum Beispiel, ist schon 1200 Jahre alt. Danach fuhren wir an den
wunderschönen Dünen von Omapere vorbei,
überquerten bei Rawene mit einer Fähre einen Meeresarm
und kamen am Abend beim 90 Mile Beach an. Nach dem Abendessen
badeten wir noch unsere Füsse etwas im Meer und genossen den
farbenfrohen Sonnenuntergang.
Am Donnerstagmorgen fuhren wir als erstes
unseren Lutz auf den 90 Mile Beach. Eigentlich gehört dieser
Strand zum Nationalstrassennetz, aber das Befahren ist etwas
risikoreich, so dass wir nur schnell für ein Foto an den
Strand fuhren und dann gleich wieder wendeten. Wir zogen es vor,
über die Landstrasse zum Cape Reinga zu fahren. Die letzten
20km sind zwar ungeteert, aber nicht gefährlich. Die Fahrt
war sehr schön. In der Ferne sah man immer wieder
Sanddünen und die Landschaft war recht hügelig. Cape
Reinga ist der nördlichste Punkt des State Highway 1.
Allerdings ist es nicht der nördlichste Punkt Neuseelands,
das North Cape wäre noch weiter nördlich, aber dorthin
kommt man nur nach einer mehrtägigen Wanderung. Am Cape
Reinga trohnt ein Leuchtturm hoch über dem wilden Meer.
Leider war es ziemlich neblig als wir dort waren, so sahen wir
nicht sehr weit, aber trotzdem konnten wir die atemberaubende
Küste bestaunen. Cape Reinga ist übrigens ein
spirituell wichtiger Ort für die Maori: Die Mythen besagen,
dass dort die Seelen der Toten auf ihrem Weg nach dem mythischen
Hawaiki ins Meer tauchen. Etwas östlich des Kaps, in der
schönen Tapotupotu Bay verzehrten wir danach unseren Lunch,
und Fabi und Nicole genossen eine Abkühlung in den super
Wellen. Das Wellenbad im Alpamare ist gar nichts dagegen…
Für die Übernachtung ging's dann wieder zurück
zum Top 10 Holiday Park in Waipapakauri am 90 Mile Beach.
Als erstes stand am Freitag der Besuch des
Ancient Kauri Kingdom auf dem Programm. Dies ist ein Fabrikladen,
in dem allerlei Kauri Produkte verkauft werden. Das Holz stammt
von uralten Kauribäumen, die aus Sümpfen ausgegraben
werden. Diese Baumstämme liegen schon seit rund 40'000
Jahren in diesen Sümpfen und sind noch sehr gut erhalten,
weil sie dort konserviert wurden. Es gab vieles im Laden, das uns
gefallen hätte, aber diese Möbel hatten auch ihren
Preis. Sehr beeindruckt waren wir von der Treppe in den zweiten
Stock, denn das Treppenhaus und die Treppe wurden aus einem
einzigen riesigen Sumpfkauri herausgesägt. Danach ging
unsere Fahrt weiter bis an den Tokerau Beach, wo wir uns ein
bisschen die Füsse vertraten, bevor wir nach Mangonui
fuhren, wo es die besten Fish und Chips in ganz Neuseeland geben
soll. Wir waren ja schon einmal dort, aber wir fanden, dass auch
Fabi in den Genuss dieser fettigen Spezialität kommen
sollte. Der Fisch schmeckte wieder ausgezeichnet! Im Laufe des
Nachmittags kamen wir schliesslich in Kerikeri an, unserem
Tagesziel. Auf dem Zeltplatz dort waren wir bereits einmal mit
unseren Eltern gewesen und wussten so schon bereits, dass man
dort gratis mit kleinen Booten auf einem Flüsschen
herumpaddeln kann, und dass jeweils am Freitagabend ein
Grillplausch stattfindet. So probierten wir gleich einmal die
Böötli aus, aber leider waren sie schon ein bisschen
eingesumpft und dreckig. Das Ein- und Aussteigen schafft man
daher nicht, ohne in den Schlamm stehen zu müssen. Trotzdem
machte uns das herumpaddeln riesig Spass. Schon bald war es dann
Zeit zum Essen. Wir mussten nur Fleisch mitbringen, alles andere
(Salate und Kartoffeln) wurde vom Campingplatz zur Verfügung
gestellt. So würzten wir also unsere Steaks und Didi und
Fabi machten sich auf zum Grillieren. Nicole staunte nicht
schlecht, als die beiden plötzlich voller Entrüstung zum
Tisch zurückkamen und ihr erklärten, dass jemand das
eine Steak gestohlen habe. Nicole glaubte zuerst an einen Scherz,
aber tatsächlich hatte ein anderer Gast einfach eines
unserer Steaks vom Grill genommen. Didi und Fabi wollten den Typ
noch zur Rede stellen, doch er wieselte einfach davon, nachdem er
sich am Buffet noch den Teller gefüllt hatte. Zum Glück
hatten wir je zwei Steaks gekauft und das Fleisch ist ja
ausserordentlich günstig in Neuseeland, so war der Schaden
nicht so gross. Didi und Fabi setzten sich danach zum Ziel, den
Unhold für die Homepage zu fotografieren. Sie waren sich
dann aber nicht mehr ganz so sicher, wie der Bösewicht
eigentlich ausgesehen hatte, und als sie ihren Täter erkannt
zu haben glaubten, war es schon so dunkel, dass sie nur eine
unscharfe Foto durch ein Cabinfenster machen konnten…