Am Dienstag fuhren wir wieder einmal nach
Downtown Auckland. Normalerweise würden wir ja am Mittwoch
ausgehen, aber wegen Didis Geburtstag hatten wir unseren Abend in
der Stadt einen Tag vorverschoben. Nachdem wir uns am Hafen ein
Ticket für Donnerstag auf die Insel Tiritiri Mātangi
besorgt hatten, gingen wir noch etwas "lädelen".
Nicole fand noch die DVD von Love Actually zu einem
heruntergesetzten Preis und hatte so noch ein weiteres
Geburtstagsgeschenk für Didi, der natürlich gerade in
einem anderen Teil des Warehouses war, als Nicole den Kauf
betätigte. Zum Abendessen gingen wir dann in das
Mexikanische Restaurant, das wir schon eine Woche zuvor gefunden
hatten. Wir wurden dann aber leider etwas enttäuscht vom
Lokal. Obwohl die Preise ziemlich teuer waren, waren die
Portionen eher klein, und als wir fertig waren, hatten wir noch
nicht wirklich genug gegessen. Dazu kam noch, dass die Gerichte
auch geschmacklich nichts spezielles gewesen waren. Weil wir
dieses Mal das Stativ mit in die Stadt genommen hatten, machten
wir nach dem Essen noch ein paar Fotos vom Skytower by Night und
auch vom Starbucks, wo wir uns noch einen Tee gönnten vor
dem Heimgehen.
Am Mittwoch hatte dann Didi Geburtstag. Schon am
Morgen erhielt er einen Anruf von Fabi, der ihm zum Geburtstag
gratulieren wollte. Leider war die Verbindung des Natels so
schlecht, dass Didi zuerst gar nicht richtig wusste, wer er am
Telefon hatte und auch dann verstand er Fabi fast nicht, so dass
er ihn schliesslich vom Festnetz her zurückrief. Nach dem
Morgenessen erhielt Didi dann Nicoles erstes Geschenk und er
versuchte sich gleich einmal als Shakespeare-Poet mit den kleinen
Magneten, musste dann aber feststellen, dass das Vokabular mit
nicht ganz 300 Wörtern eher beschränkt war, und dass
man mangels reimender Wörter keine ganzen Sonette dichten
konnte, wie auf der Packung angepriesen worden war. Danach
mussten wir einkaufen gehen für Didis Geburtstagsschmaus. Er
hatte sich Lasagne und Tiramisu gewünscht und so stand dann
Nicole für grosse Teile des Nachmittags in der Küche.
Didi half ihr aber beim kochen, indem er seinen
Geburtstagskuchen, einen Marmorcake, gleich selber buk. Die
Lasagneblätter waren dann leider nicht ganz weich, aber
geschmacklich war die Lasagne, wie auch das Chnoblibrot, das es
dazu gab, ausgezeichnet. Auch das Tiramisu war geschmacklich sehr
gut, aber etwas "pflüdrig", denn das Mascarpone
schien hier etwas flüssiger zu sein, als bei uns zu
Hause.
Am Donnerstag mussten wir dann relativ früh
aufstehen, da wir einen Ausflug nach Tiritiri Mātangi
geplant hatten, einer Insel, die etwa 50 Kilometer nördlich
von Auckland liegt und als Vogelreservat dient. Viele der
neuseeländischen Vögel sind ja flugunfähig (z.B.
Kiwis). Weil sie somit Raubtieren wie Wieseln und Mardern
besonders ausgeliefert sind, sind die raubtierfreien,
festlandnahen Inseln die einzigen Habitate, in denen sich die
Zahlen der einheimischen Vögel halten, beziehungsweise gar
vergrössern. Zuerst mussten wir nach Gulf Harbour fahren,
das etwa 40min nördlich von Auckland auf der Whangaparaoa
Halbinsel liegt. Irgendwie ist es aber einfach wie verhext mit
uns und den Fähren. Nachdem wir auf dem Ausflug nach
Rangitoto einen riesigen Stress hatten, um auf die Fähre
zurück nach Auckland zu gelangen, wussten wir an diesem Tag
bis wir da waren nicht, ob es uns überhaupt auf die
Fähre auf die Insel reichen würde. Zuerst wussten wir
nämlich nicht recht, wo Gulf Harbour überhaupt lag, und
so mussten wir das vor der Abreise noch herausfinden. Dann waren
wir mitten im morgendlichen Stossverkehr, und es wollte am Anfang
einfach nicht recht vorwärts gehen. Schliesslich schafften
wir es dann doch noch auf die Autobahn Richtung Norden und wir
begannen zu hoffen, dass es auf die Fähre reichen
würde.
Etwa um 9.30 Uhr, also eine Viertelstunde bevor
die Fähre fahren würde, sahen wir einen Wegweiser, der
sagte, dass es noch 14km bis Gulf Harbour gehen würde und
das auf einer Strasse, auf der man höchstens 50km/h fahren
durfte. Wir konnten also nur noch hoffen, dass die Fähre,
die von Auckland her kommen würde (von dort ist die ganze
Reise etwa doppelt so teuer), Verspätung hatte. Als wir dann
um genau 9.45 Uhr in Gulf Harbour ankamen und wir die
Schiffsanlegestelle sogar auf Anhieb gefunden hatten, stellten
wir mit Erleichterung fest, dass noch weit und breit keine
Fähre zu sehen war, und dass viele Leute noch am warten
waren, wir hatten also wieder einmal Glück gehabt. Die
Überfahrt nach Tiritiri Mātangi war sehr schön,
und das Meer war recht ruhig. Plötzlich stellte Nicole fest,
dass alle Leute aufs Wasser starrten, und dann sah auch sie etwas
dort schwimmen, konnte aber nicht feststellen, was es war. Ein
Mann erklärte ihr dann, dass gerade einige Blaupinguine am
Fischjagen seien, und dann konnte auch sie zwei dieser kleinen
Pinguine ziemlich gut sehen. Didi sah mal wieder gar
nichts… In Tiritiri Mātangi angekommen, erhielten wir
eine kurze Einführung in die Geschichte der Insel, und
wurden dann in Gruppen zu je etwa zehn Personen eingeteilt.
Unsere Führerin hiess Sue und sie zeigte uns viele
interessante Vögel und machte uns auf deren Gesang
aufmerksam. Wir sahen einige Vögel, die wir zuvor noch nie
gesehen hatten oder nur selten. Auf der Führung zwei
Blaupinguine (endlich! wir wollten doch schon auf der
Südinsel immer Blaupinguine sehen). Danach folgten viele
weitere Vögel wie Red-Crowned Parakeets, Tuis, Saddlebacks,
Stitchbirds, Kererus, Bellbirds und Robins. Die Führung
endete dann beim Leuchtturm der Insel, wo sich ein kleiner
Souvenirladen befand, in dem man gratis Tee und Kaffee erhielt.
Wir verspiesen dort unseren mitgebrachten Lunch und schauten den
Pukekos und Takahes zu, die um uns herumspazierten. Es war sehr
aufregend, Takahes zu sehen, denn von diesen Vögel gibt es
weltweit nur noch etwa 200 wildlebende. Nach dem Essen spazierten
wir wieder den selben Weg zurück zur Fähre und hofften,
noch einige Vögel fotografieren zu können. Leider sind
sie nicht sehr fotogen und halten nicht wirklich still, wenn man
mit der Kamera kommt. Damit ihr trotzdem einige dieser sehr
speziellen Vögel anschauen könnt, haben wir unsere
Fotos mit einigen Fotos von anderen Quellen gemischt, und unter
der Kategorie "Neuseeländische Vogelwelt" (
) zusammengestellt. Der Ausflug auf diese
Vogelinsel gehört übrigens zu unseren absoluten
Highlights, und wir können ihn wirklich allen empfehlen, die
Neuseeland bereisen. Übrigens könnte man dort auch
übernachten, und man dann hat eine sehr gute Chance, einen
Kiwi zu sehen!!!
Am Donnerstag hatten wir wirklich Glück mit dem Wetter gehabt, denn wie schon am Mittwoch regnete es auch am Freitag in Strömen! Eigentlich hätten wir wieder einmal joggen gehen wollen, aber wegen des schlechten Wetters zogen wir dann ein Bad im Hallenbad vor. Leider wurde unser Lieblingsbecken immer noch renoviert. Am Abend hatten dann Chelsea und Craig Freunde zu Besuch, und wir waren auch eingeladen mit ihnen zu dinieren. Das Pärchen, Petra und Dieter, stammt ursprünglich aus Deutschland, lebt aber schon einige Jahre in Neuseeland und wohnt in Warkworth, etwa eine Stunde nördlich von Auckland. Der Abend war sehr lustig, und auch Chelseas Lammbraten war wirklich ausgezeichnet, wohl der beste, den wir je hatten.
Am Samstag stand ein Besuch des Greenpeace
Flaggschiffes "Rainbow Warrior II" auf unserem
Programm. Dieses Schiff ankerte gerade für ein paar Tage im
Hafen von Auckland, um gegen genmanipulierte Lebensmittel zu
protestieren. Über das Wochenende fanden Führungen auf
dem Schiff statt, und wir fanden, dass das wohl eine einmalige
Gelegenheit ist, einmal dieses Schiff von Nahem anzuschauen. Wir
fragten uns zwar, ob wir uns eventuell etwas verstellen
müssten, denn die französischen Agenten, die in den
80er Jahren einen Sprengstoffanschlag auf die "Rainbow
Warrior I" verübt hatten, hatten sich damals als
Schweizer Touristen ausgegeben! Bei dem Anschlag, der unweit von
der Stelle, wo die "Rainbow Warrior II" diesmal
ankerte, verübt worden war, war ein Crew-Mitglied
getötet worden. Wir hatten aber keine Probleme, und nach
einer kurzen Einführung wurden wir durch das Schiff
geführt.
Die Führung war zwar interessant, aber wir
fanden, dass die Personen, die das Schiff vorstellten selber auch
keine grosse Ahnung von der Schiffahrt hatten, was etwas schade
war. Am Schluss wurden wir noch in den Kinoraum des Schiffes
geführt (geflickte Leinwand, Beamer und Klappstühle),
wo uns ein Greenpeace Propaganda Video gezeigt wurde, und danach
konnte man sich gleich als Greenpeace Supporter anmelden. Wir
liessen jedoch die Anmeldeformulare unter dem Stuhl liegen und
machten uns wieder auf den Heimweg, aber werden nun wohl immer
ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir die genmanipulierten
Pringels, McDonalds Chicken Nuggets oder Nestlé Maggi
Produkte verzehren… Am Abend gingen wir wieder einmal ins
Kino. Glücklicherweise hatten wir die Billets schon am
Nachmittag gekauft, denn der Film Troy war ausverkauft.
Wir können den Film nur empfehlen, denn die Geschichte ist
gut erzählt (ist ja auch von Homer), und die Schauspieler
waren sehr gut ausgewählt, und spielen auch
ausgezeichnet.
Am Sonntagmorgen hatten wir eine böse
Überraschung, denn jemand hatte dem guten Lutz, der die
Nacht über vor "unserem" Haus gestanden hatte, mit
einem Schraubenzieher oder ähnlichem zugesetzt, und das
Türschloss auf der Fahrerseite herausgerissen. Im Inneren
schien aber alles noch an Ort und Stelle zu sein, und das Schloss
lag auch am Boden; die ganze Sache glich also eher einem
schlechten Spass, als einer ernsten Straftat. Wir liessen uns von
dem Zwischenfall nicht abhalten, und fuhren Richtung Norden, wo
ein OL stattfand. Jeden zweiten Sonntag findet nämlich in
der Nähe von Auckland einen Skore-OL statt, so auch an
diesem wieder. Für Nicole war es klar, dass sie am Skore-OL
teilnehmen würde, aber Didi, der lieber althergebrachten OL
mag, wurde erst bei der Anmeldung dazu überredet, weil die
gelbe Strecke, die in den Weisungen angepriesen worden war, doch
gar nicht angeboten wurde. Dieser Skore-OL fand wie schon
derjenige einen Monat zuvor auf der Karte "Spaghetti
Soup" statt, einfach in einem etwas anderen Teil der Karte.
Nicole entschied sich dafür, die sehr schweren Posten im
Teil im der die Sichtbarkeit und Belaufbarkeit fast gleich Null
war, während Didi seinen Lauf im gut belaufbaren Teil der
Karte begann. Nicole musste bald feststellen, dass sich das
Finden dieser Posten als schwieriger als erwartet herausstellte
und sie verlor bei zwei Posten ziemlich viel Zeit, weil sie
nochmals vom Weg her einfädeln musste. Didi hatte
anfänglich weniger Mühe, aber bei einem sehr schweren
Posten ganz am Kartenrand, der ihm vier Punkte beschert
hätte, suchte er zusammen mit einer anderen Teilnehmerin
mehrere Minuten und lief schliesslich weiter, ohne den Posten
gefunden zu haben, da man ja beim Skore-OL so viele Posten wie
möglich in einer bestimmten Zeit holen sollte, und er lieber
noch mehr andere Posten holen wollte. Didi hatte am Schluss 24
Punkte, während Nicole auf 27 Punkte kam, was ihr
schlechtester Lauf der Saison war. Sie hätte übrigens
noch einen 2-Punkte Posten mehr geholt, aber weil sie 3 Sekunden
zu spät im Ziel war, wurden ihr wieder zwei Punkte
abgezogen. Am Abend versuchte dann Nicole nach einem Rezept aus
dem Internet das Indische Gericht "Butter Chicken" zu
kochen. Das Gekochte war zwar sehr gut, aber "Butter
Chicken" schmeckt beim Inder irgendwie anders…