Am Donnerstag fuhren wir also als erstes
nochmals zum Schlosser, wo uns der Angestellte das Schloss fertig
flickte, und zu unserer Überraschung nicht einmal mehr
dafür verlangte. Danach fuhren wir Richtung Norden nach
Waiwera, wo wir als erstes im Wenderholm Regional Park einen
eineinhalbstündigen Spaziergang machten. Es war sehr
schön, und wir hatten eine schöne Aussicht aufs Meer
und aufs Puhoi Valley, das von vielen grünen Hügeln
umgeben dalag. Auch sahen wir neben einem Tui und einem
Kingfisher einen Fantail, der uns während einem recht langen
Stück des Weges begleitete und es auf die Insekten abgesehen
hatte, die wir vom Boden während dem Gehen aufscheuchten und
aufwirbelten (
). Es war sehr lustig dem kleinen Vogel zuzuschauen,
wie er wild in der Luft herumflog und immer wieder zu uns
zurückkam. Nur fotografieren liess er sich nicht so
einfach… Nach dem Spaziergang verspeisten wir in einem Pub
in Waiwera ein feines Mittagessen, bevor wir im Thermalbad baden
gingen. Das Wasser war schön warm, und das Bad war sehr
erholend. Neben allerlei Pools mit verschiedenen Temperaturen,
gab es auch noch einen Movie-Pool, neben dem auf einem recht
grossen Bildschirm Filme und Fernsehsendungen gezeigt wurden.
Wir
fanden die Idee noch recht witzig, aber einen ganzen Film konnte
man unmöglich schauen, denn das Wasser war recht warm, und
man wurde viel zu müde, um sich auf den Film konzentrieren
zu können. Neben den verschiedenen Pools zierte ein Turm mit
allerlei Rutschbahnen, die sich als recht krass herausstellte,
das Thermalbad. Die erste Rutschbahn, die wir ausprobierten, war
ganz gerade, und man bekam ein Höllentempo, bevor man dann
einen Meter in einen Pool herunterplatschte. Danach probierten
wir eine Rutschbahn in einem Rohr mit Kurven aus, den
"Squeezer". Auch dort war das Tempo am Schluss
wahnsinnig schnell, und Didi hatte bereits genug von diesen
Mörderbahnen, während Nicole auch noch den "Gut
Buster" und das "Blackhole" ausprobierte. Das
"Blackhole" war dann aber so krass, dass auch sie sich
lieber wieder in einem schön warmen Pool erholen wollte.
Nachdem wir schon langsam richtig aufgeweicht waren, gönnten
wir uns im Café noch einen Tee, bevor wir dann wieder
heimfuhren, wo wir uns einen gemütlichen Abend mit dem DVD
Love, Actually gönnten.
Am Freitag kreierten wir einen Zettel, der unseren Lutz zum Verkauf anpries, und wir beschlossen, am Samstag in Auckland einige Kopien davon aufhängen zu gehen. Am Abend gingen wir dann mit Chelsea und Craig in den Ausgang. Craig kam direkt von der Arbeit und so wollten Chelsea und wir mit dem Bus in die Stadt fahren. Es regnete dann aber so stark, das Chelsea vorschlug ein Taxi zu nehmen, was gar nicht mal so teuer war. Wir trafen uns dann mit Craig in der Weinbar Vivace zum Apéro, bevor wir dann zusammen in ein japanisches Restaurant gingen. Ausser im Flugzeug hatten wir noch nie japanisches Essen und wir waren sehr gespannt wie das sein würde. Zur Vorspeise bestellten wir zusammen eine Platte Sushi und Sashimi (roher Fisch), und zur Hauptspeise bestellte dann Didi Huhn und eine Nudelsuppe mit Reis während Nicole, Chelsea und Craig je ein kleines Assortement von allen möglichen Speisen bestellten. Didi war nicht ganz so glücklich über seine Suppe, denn er wusste nicht, dass seine Nudeln als Suppenform kommen würden, und er wusste auch nicht so recht, wie er eine Suppe mit Stäbchen essen sollte!?! Im Assortement waren allerlei sehr gute und interessante Speisen: Sushi, Sashimi, Tempura (frittiertes Gemüse), Huhn, Reis und allerlei weiteres. Es schmeckte wirklich ausgezeichnet!
Am Samstagmorgen suchte Didi einmal als erstes
sein Natel, das einfach nicht mehr auffindbar war. Es musste ihm
wohl entweder in Craigs Auto oder im Taxi aus den Hosen gerutscht
sein. Aber leider war Craig nicht zuhause, und so konnte ihn Didi
nicht gleich danach fragen. Aber nicht nur das Fehlen seines
Handys verursachte Didi einigen Stress, sondern es stand auch
noch eine unangenehme Arbeit auf dem Programm: wir mussten unsere
Bücher für die Post bereitmachen. Weil wir keine grosse
Waage hatten, mussten wir Gruppen von Büchern auf der
Küchenwaage wägen, und einige harte Entscheidungen
treffen, bezüglich der Bücher, die wir
zurücklassen mussten. Wir nahmen uns aber zusammen, und
konnten das Paket bei 18 kg Brutto zukleben. Am Nachmittag
fuhren wir dann in die Stadt, wo wir von Backpackers zu
Backpackers und von Internetcafé zu Internetcafé
gingen und unsere Zettel aufhängten. Wir stellten bald fest,
dass wir nicht ganz die einzigen waren, die ein Auto zu verkaufen
hatten. Allerdings war unser Preis eher günstiger als die
anderen, so hoffen wir gute Chancen zu haben, unseren Lutz
loszuwerden. Nachdem Didi im Laufe des Tages einige Male bei der
Taxi-Gesellschaft angerufen hatte (der betreffende Taxichauffeur
war nicht so leicht ans Funkgerät zu bringen), erhielt er
nach dem Znacht einen hocherfreulichen Besuch, als ihm der
Taxifahrer sein verlorengeglaubtes Mobiltelefon gleich
höchstpersönlich an die Haustüre brachte. Didi war
von dem Service hell begeistert, und hätte dem guten Mann,
am liebsten einen dicken Kuss auf die Backe geschmatzt, liess es
dann aber bei einem Trinkgeld bleiben. Am Abend gingen wir dann
ins Kino, um den Film The Day After Tomorrow zu schauen.
Der Film war zwar unterhaltsam, aber man durfte nicht allzuviel
darüber nachdenken, denn sehr vieles ging irgendwie nicht
ganz auf und überzeugte nicht!
Am Sonntag wollten wir eigentlich nach Piha
fahren, um dort etwas spazieren zu gehen. Das Wetter war aber
eher regnerisch, so beschlossen wir diesen Ausflug auf einen
anderen Tag zu verschieben, und wir gingen stattdessen in den
Zoo, um noch den Teil anzuschauen, den wir mit Meyers ausgelassen
hatten.
Am besten gefielen uns die Spider Monkeys. Diese
Affen turnen an Ästen und Seilen herum und jagten sich durch
das ganze Gehege, was sehr lustig war zum Zuschauen. Der Auckland
Zoo hat auch einen australischen Teil, und so konnten wir in
einer der Volièren einen Kookaboora bestaunen, der
übrigens mit dem Kingfisher (
) verwandt ist. Nicole begann gleich das Lied
"Kookaboora sits on an old gum tree…" zu singen,
als wir den Kookaboora sahen. Während Didi versuchte ein
Foto zu schiessen, kamen in kurzer Zeit zwei weitere Gruppen von
Leuten, am Käfig vorbei, und alle begannen sogleich dieses
Lied zu singen. Der Kookaboora tat uns dann fast ein bisschen
leid, weil er tageintagaus dieses Lied hören musste…
Leider begann es bald zu regnen, und wir beschlossen, uns die
Tiere in den Häusern anzuschauen, wie zum Beispiel die
Fische. Auch wollten wir die Erdmännchen schauen gehen, zu
denen man durch ein Tunnelsystem ganz nahe herankriechen kann.
Das Kriechen auf allen Vieren durch eine nasse Röhre hat
sich aber nicht ausbezahlt, denn die Erdmännchen waren
nirgends auffindbar. Der Zoo ist zwar nicht so schön wie
andere Zoos, die wir schon gesehen haben, aber der Ausflug lohnte
sich trotzdem!
Wie so oft in unserer Zeit in Auckland, begannen wir auch diese Woche mit einem Bad im lokalen Hallenbad. So langsam wurden wir aber ungeduldig, weil unser Lieblingspool immer noch nicht zugänglich war. Er schien aber fertig renoviert zu sein, die Plättli waren wohl noch am trocknen. So waren wir guter Hoffnung, dass er in der folgenden Woche wohl wieder gebraucht werden könnte.
Am Dienstag mussten wir früh aufstehen. Wir
hatten ja mit Genéviève und Christoph Noser
abgemacht, die etwas nördlich von Whangarei an einem
wunderschönen Ort an der Küste wohnen, das heisst, wir
mussten etwa vier Stunden Auto fahren, um dorthin zu gelangen.
Wir kamen aufs Mittagessen an, und hatten so gerade verpasst,
dass wir noch zum Pferdeäpfel auflesen auf Nachbars
Pferdeweide eingesetzt worden wären: das wäre sicher
ein interessantes Erlebnis geworden. Zum Mittagessen gab es
zuerst eine sehr gute Suppe mit allerlei Gemüse aus Nosers
eigenem Garten, und danach gab es Toast mit geräuchertem
Fisch (vom Nachbarn) und selbergepresstes Olivenöl. Das war
wirklich ausgezeichnet. Nach dem Essen schlugen Nosers vor, einen
Jass zu klopfen. Sie sind immer froh, wenn sie Schweizer zu
Besuch haben, weil sie hier in Neuseeland nicht viele Leute
kennen, die Jassen können. So spielten wir also einen
Schieber, und Nicole und Genéviève gewannen beide
Spiele. Zugegebenermassen hatten sie ja schon ein bisschen
Kartenglück, aber es kann ja nicht nur daran gelegen haben,
dass Didi und Stöff beide Male verloren… Neben dem
Jassen hatten wir auch noch genügend Zeit um über Gott
und die Welt zu philosophieren, und viel zu schnell wurde es
Abend ,und wir mussten uns wieder auf den Weg nach Auckland
machen, im Gepäck allerlei feine Sachen die uns Nosers
mitgegeben hatten: Eigenes Olivenöl, eigene Mandarinen und
Limonen und geräucherter Kingfish vom Nachbarn!